Does an underwater fishing camera work in murky water — field tests with low visibility for European freshwater conditions

TECHNIQUE

Funktioniert eine Unterwasserkamera im trüben Wasser? Wir haben's im Baltikum getestet

12 MIN. LESEZEITVON FISHO TEAM

Das ist die Frage. Nicht „In welcher Auflösung filmt sie?" oder „Wie tief kann sie runter?" Die Frage, die europäische Angler wirklich stellen, bevor sie eine Unterwasserkamera kaufen, ist einfacher und ehrlicher:

KERNAUSSAGE

Unterwasserkameras funktionieren im trüben europäischen Wasser – aber die Erwartung muss stimmen. Ein Sony STARVIS-Sensor mit f/2.0-Blende liefert brauchbares Material bei Sichtweiten von 1–2 Metern, was den Großteil der baltischen und mitteleuropäischen Bedingungen abdeckt.

„Mein See sieht aus wie Tee. Sehe ich da irgendwas?"

Faire Frage. Das meiste Marketing für Unterwasserkameras zeigt Material aus glasklarem Wasser – karibische Schnorchel-Bedingungen, amerikanische Stauseen mit 10+ Metern Sicht, Aquarien. Das ist nicht das, worin wir fischen.

Europäische Binnengewässer sind huminstoffreich. Moorgefärbt. Im Sommer algenreich. Nach Regen sedimentbeladen. Die baltischen Zubringerseen, in denen wir in Lettland fischen, haben selten mehr als 2–3 Meter Sicht, und nach einem ordentlichen Regen fällt das auf unter einen Meter.

Also haben wir eine CanFish CamX über ein Wochenende in drei verschiedene Gewässer mitgenommen, um dir eine ehrliche Antwort zu geben. Kein ausgesuchtes Material, keine „Bestes-Wetter"-Disclaimer im Kleingedruckten. Das hier haben wir gefunden.

Warum europäisches Wasser so aussieht, wie es aussieht

Vor den Testergebnissen ein kurzer Überblick, womit du es zu tun hast. Die europäische Wasserklarheit wird von drei Hauptfaktoren beeinflusst, und wenn du sie verstehst, kannst du besser vorhersagen, was deine Kamera zeigen wird.

Huminstoffe (die „Tee-Farbe")

Zersetzendes Pflanzenmaterial – Blätter, Torf, Fallholz – setzt Huminsäure ins Wasser frei. Deshalb haben so viele skandinavische, baltische, irische und schottische Seen diesen bernstein-braunen Stich. Das ist keine Verschmutzung, das ist natürliche Chemie. Huminstoffreiches Wasser absorbiert Licht, besonders im Rotbereich, und gibt allem einen grünlich-braunen Farbstich.

Einfluss auf die Kamera: Huminstoffe reduzieren die Sichtweite, streuen das Licht aber nicht so wie Partikel. Du siehst einen Farbstich auf deinem Material, und die Reichweite sinkt, aber Objekte in Reichweite können erstaunlich scharf sein.

Schwebstoffe (Trübung)

Ton, Schlick, Algenzellen und organisches Material, das in der Wassersäule schwimmt. Das macht Wasser „wolkig" statt nur „gefärbt". Flüsse nach Regen, flache Seen mit weichen Gründen, die vom Wind aufgewühlt werden, und nährstoffreiche (eutrophe) Seen mit Algenblüten haben alle hohe Trübung.

Einfluss auf die Kamera: Partikel streuen das Licht der Kamera-LEDs direkt in die Linse zurück und erzeugen einen neblig-glühenden Effekt – wie Autofahren mit Fernlicht im Nebel. Das ist die härteste Bedingung für jede Kamera. Partikel nah an der Linse leuchten hell auf, während alles dahinter im Trüben versinkt.

Algenblüten (saisonal)

Sommerliches Algenwachstum kann klares Wasser binnen Tagen grün färben. Cyanobakterien-Blüten in warmen, nährstoffreichen Seen sind europaweit ein wachsendes Problem – sie machen das Wasser erbsensuppengrün und können die Sicht auf Zentimeter drücken.

Einfluss auf die Kamera: Dichte Algen sind der Kamera-Killer. Eine grüne Brühe blockiert das Licht komplett. Leichte Algen-Tönung ist machbar. Heftige Blüte nicht.

Der Test: drei Wasserbedingungen, ehrliche Ergebnisse

Wir haben für alle drei Tests eine CanFish CamX (Sony STARVIS 2MP-Sensor, f/2.0-Blende, 136°-Sichtfeld, zwei grüne LEDs) verwendet. Wir haben diese Kamera gewählt, weil wir sie verkaufen und kennen – aber die optischen Prinzipien gelten für jede Kamera. Ein besserer Sensor und eine weitere Blende schlagen unter denselben Bedingungen immer die schlechtere Variante.

Test 1: Mäßig huminstoffreicher See – ~2 Meter Sicht

Ort: Ein typischer lettischer Waldsee, Mitte Frühling. Wasser mit klassischem Bernsteinstich von Kiefern- und Birkenlaubhuminstoffen. Secchi-Scheibe bei etwa 2 Metern. [VERIFY: Die Secchi-Scheibe ist eine weiße Scheibe, die abgelassen wird, bis sie nicht mehr sichtbar ist – der Standardmaßstab für Wasserklarheit. 2 Meter sind typisch für baltische Waldseen im Frühling.]

Getestete Tiefe: 1–4 Meter (Litoralzone, Krautfelder, Sand-Kies-Übergang).

Ergebnisse:

Bei 1–2 Metern Tiefe im Freiwasser um die Mittagszeit (gutes Umgebungslicht):

  • Klares, nutzbares Material bis etwa 1,5 Meter von der Kamera entfernt
  • Farben gedämpft, aber erkennbar – Barschflanken vom Hintergrund unterscheidbar, Krautarten sichtbar, Untergrundtyp identifizierbar
  • Fische sichtbar und identifizierbar bis 1,5 Meter. Danach Umrisse, aber keine Artbestimmung mehr
  • Bodendetails exzellent innerhalb von 1 Meter: Kies, Pflanzenstängel, ein Krebs, der über Sand läuft – alles klar
Bei 3–4 Metern Tiefe (weniger Umgebungslicht):
  • LEDs schalten sich automatisch ein. Sichtbare Reichweite fiel auf etwa 1 Meter
  • Die grünen LEDs erzeugten ein natürlich wirkendes Licht, das den Barschschwarm, den wir fanden, nicht zu verschrecken schien
  • Bodendetails weiterhin gut innerhalb von 0,5–1 Meter
  • Ein reglos am Grund liegender Hecht war auf etwa 1,2 Meter sichtbar – erkennbare Form und Zeichnung
Fazit: Brauchbar. Du bekommst kein Naturdokumentations-Material, aber du siehst genug, um Arten zu bestimmen, die Grundbeschaffenheit zu beurteilen, Fische nahe deiner Präsentation zu erkennen und fundierte Entscheidungen über deine Stelle zu treffen. Das ist die typische Bedingung für einen Großteil des nordeuropäischen Süßwasserangelns, und die Kamera zahlt sich aus.

Test 2: Flusszufluss nach Regen – ~0,5 Meter Sicht

Ort: Ein kleiner Fluss, der in den See mündet, getestet am Morgen nach 18 mm Nachtregen. Sichtbar trüb – Milchkaffee-Farbe. Secchi-Scheibe bei knapp 0,5 Metern.

Getestete Tiefe: 1–2 Meter (ein flacher Fluss, maximal 2 Meter in den Pools).

Ergebnisse:

Das war der harte Test. Hoher Schwebstoffanteil durch Abfluss.

  • In jeder Tiefe war der LED-Rückstreueffekt stark. Die grünen LEDs beleuchteten Partikel zwischen Kamera und Motiv und erzeugten einen Nebelvorhang-Effekt
  • Mit ausgeschalteten LEDs (nur Umgebungslicht) war das Material im oberen Meter besser, wo Tageslicht eindrang – aber dunkel und unter 1,5 Metern praktisch nutzlos
  • Identifizierbare Reichweite: ungefähr 30–50 cm. Ein großes Objekt (versunkener Ast, größerer Fisch) war bis etwa einen halben Meter sichtbar, aber Details fielen schnell ab
  • Wir haben einen Döbel auf etwa 40 cm Distanz an der Kamera vorbei bekommen – nah genug für ein klares Bild, aber nur, weil der Fisch zu uns kam
  • Grundsubstrat nur sichtbar, wenn die Kamera direkt darauf lag
Fazit: Grenzfall. Bei 0,5 Meter Sicht produziert eine Kamera Material, das du als „Da ist was" beschreiben würdest. Du wirst keine Strukturen auskundschaften oder Fische auf Distanz identifizieren. Die Kamera ist nicht nutzlos – du siehst noch, was direkt um deinen Köder ist –, aber die Erwartung muss passen. Wenn dein Wasser konstant so aussieht, ist ein Sonargerät fürs Fische-Finden besser. Die Kamera wird zum reinen Nahbereichs-Beobachtungstool.

Was geholfen hat: LEDs in flachem Wasser (unter 1,5 m bei Tageslicht) ausschalten und auf Umgebungslicht setzen – das reduziert die Rückstreuung deutlich. In der CamX-App kannst du die LED-Helligkeit steuern – bei trüben Bedingungen war 0 % oder 25 % besser als Volllast.

Test 3: Klareres Seebecken – ~4 Meter Sicht

Ort: Das tiefere Becken desselben Waldsees, Nachmittag mit Sonne. Secchi-Scheibe bei etwa 4 Metern. Etwa so klar, wie lettische Tieflandseen im Frühling werden.

Getestete Tiefe: 2–8 Meter.

Ergebnisse:

Hier zeigte der Sony STARVIS-Sensor seinen Wert.

  • Bei 2–4 Metern Tiefe (innerhalb der Secchi-Reichweite): exzellentes Material. Farben akkurat, scharf, Fische bei 2+ Metern identifizierbar. Ein Rotaugenschwarm war sichtbar und zählbar. Barschzeichnungen klar erkennbar. Krautfelder sahen im Vergleich zum Fluss-Test aus wie eine Naturdoku.
  • Bei 6–8 Metern Tiefe (unterhalb der Umgebungslicht-Zone): LEDs lieferten klare Ausleuchtung innerhalb von etwa 1,5 Metern. Der grüne Lichtstich ist spürbar, verfälscht Farben aber nicht stark. Ein ruhender Hecht in 7 Metern Tiefe wurde auf etwa 1 Meter Distanz klar erfasst.
  • Das 136°-Weitwinkel bedeutete, dass selbst nahe Motive mit vollem Kontext eingefangen wurden – du siehst den Fisch UND die umgebende Struktur, keinen reingezoomten Tunnelblick.
Fazit: Hier spielt die Unterwasserkamera ihre Stärken aus. Wenn dein Wasser 3+ Meter Sicht hat, bekommst du wirklich nutzbares, sehenswertes Material. Struktur-Scouting ist effektiv, Artbestimmung leicht, und Verhaltensbeobachtung (der eigentliche Grund, eine Kamera zu nutzen) wird möglich.

Die ehrliche Sichtweiten-Tabelle

Basierend auf unseren Tests und allgemeinen optischen Prinzipien – das solltest du realistischerweise erwarten:

| Wassersicht (Secchi-Tiefe) | Was du sehen wirst | Kamera sinnvoll? | |||| | 4 m+ (klare Seen, Gebirgsbäche, Quellgewässer) | Exzellentes Material. Fisch-ID bei 2–3 m. Volle Farben. Bei gutem Licht Naturdokus-Qualität. | Absolut ja | | 2–4 m (typische nord-EU-Waldseen, mäßige Huminstoffe) | Gutes Material. Fisch-ID bei 1–1,5 m. Farben gedämpft, aber funktional. Bodendetails klar innerhalb 1 m. | Ja – das ist der Sweet Spot für den europäischen Einsatz | | 1–2 m (mäßige Trübung, leichte Algen, huminstoffreiche Flüsse) | Brauchbares Material. Fische sichtbar innerhalb 0,5–1 m. Formen und Verhalten beobachtbar. Farben ausgewaschen. | Ja, mit angepasster Erwartung | | 0,5–1 m (nach Regen, mäßige Algenblüte, aufgewühltes Sediment) | Nur Nahbereich. Fisch-ID innerhalb 30–50 cm. LED-Rückstreuung ist ein Problem. Hintergrund ist Trübe. | Grenzwertig – okay für Nahbeobachtung, nicht fürs Scouten | | Unter 0,5 m (starker Regenabfluss, dichte Algenblüte, aufgerührter Schlick) | Praktisch kein brauchbares Material. Die Rückstreuung versperrt die Sicht. | Nein – Kamera daheim lassen, Sonar nutzen |

7 Tipps für besseres Material im Trübwasser

Jahre Testen unter baltischen Bedingungen haben uns ein paar Tricks beigebracht. Die gelten für jede Unterwasserkamera, nicht nur die CamX.

1. LEDs im flachen Wasser reduzieren oder ausschalten

Fehler Nummer eins. Leute drehen das Licht im trüben Wasser auf Maximum, weil sie denken, mehr Licht = bessere Sicht. Das Gegenteil stimmt, wenn Partikel im Spiel sind. Mehr Licht = mehr Rückstreuung = schlechteres Bild.

In Wasser unter 2 Metern bei Tageslicht: Versuch, die LEDs komplett auszuschalten. Das durchfilternde Umgebungslicht kann ein besseres Bild liefern als die LEDs. Wenn du sie brauchst (tiefes Wasser, Dämmerung, schwerer Schatten), nutze die minimale Helligkeit, die dein Motiv ausleuchtet.

2. Fisch an klaren Tagen

Offensichtlich, aber wichtig: Der Tag nach drei ruhigen, sonnigen Tagen gibt dir dramatisch bessere Wasserklarheit als der Morgen nach einem Sturm. Sediment setzt sich. Algen verteilen sich. Huminstoffe verschwinden nicht, aber die Trübung sinkt.

Wenn du eine Session speziell dafür planst, die Kamera zum Scouten zu nutzen, wähle dein Wetterfenster.

3. Geh tiefer (manchmal)

In Seen mit Oberflächenalgen oder windgetriebener Trübung ist das Wasser 3–4 Meter weiter unten oft deutlich klarer als im oberen Meter. Die Sprungschicht (Thermokline) wirkt als Grenze – wärmeres trübes Wasser liegt oben, kühleres klares Wasser unten.

Lass die Kamera unter die trübe Schicht ab und du wirst vielleicht überrascht. Wir haben in Seen, die von der Oberfläche undurchdringlich aussahen, auf 5 Metern Tiefe 2+ Meter Sicht gehabt.

4. Warten lassen

Wenn du eine Kamera zum Grund absenkst, wirbelst du Sediment auf. Die ersten 30–60 Sekunden Material sind eine Schlickwolke, die du erzeugt hast. Warte. Lass die Kamera liegen. Die Strömung räumt das Sediment weg, und die Bildqualität wird nach einer Minute Geduld deutlich besser.

5. Aufgewühlte Flachzonen meiden

Wind schiebt Wellen, die im flachen Wasser Bodensediment aufrühren. Wenn der Wind auf dein Ufer drückt, sind die Ränder das trübste Wasser am See. Das geschützte Leeufer wird klarer sein. Simpel, macht aber messbar einen Unterschied.

6. Kamera richtig ausrichten

Richte die Kamera waagrecht oder leicht nach oben aus, statt gerade nach unten in den Schlick. Eine horizontale Sicht gibt dir die größte Reichweite, weil du durch die klarste Wasserschicht schaust (Umgebungslicht kommt von oben und beleuchtet eine horizontale Ebene besser als eine vertikale).

Willst du den Grund scouten, bring die Kamera nah dran (30–50 cm darüber), statt von 2 Metern oben runterzuschauen.

7. Den Weitwinkel nutzen

Das 136°-Sichtfeld der CamX ist im Trübwasser gerade deshalb ein Vorteil, weil sie mehr vom Nahbereich einfängt. In klarem Wasser wünschst du dir vielleicht mehr Zoom auf einen entfernten Fisch. Im Trübwasser ist alles, was du sehen kannst, sowieso nah – und eine weitere Linse fängt mehr davon ein.

Warum Sensorqualität im Trübwasser noch wichtiger ist

Das lohnt sich zu erklären, weil es die am wenigsten verstandene Spec ist.

In klarem Wasser liefert fast jeder Kamerasensor akzeptable Bilder – da ist genug Licht und Kontrast für selbst einen einfachen CMOS-Chip, um Details aufzulösen. Die Unterschiede zwischen einem billigen und einem guten Sensor sind sichtbar, aber nicht dramatisch.

Im Trübwasser wird der Abstand riesig.

Blende (f-Zahl): Die f/2.0-Blende der CamX lässt doppelt so viel Licht durch wie eine f/2.8-Linse und viermal so viel wie eine f/4-Linse. Im Trübwasser brauchst du jedes Photon. Je weiter die Blende, desto mehr kann die Kamera in schlechten Bedingungen auflösen.

Sensor-Empfindlichkeit (ISO): Die Sony-STARVIS-Sensorreihe wurde für Überwachungskameras entwickelt – Einsatzzwecke, in denen die Kamera bei Dämmerung, in der Nacht und unter Straßenlaternen brauchbare Bilder liefern muss. Diese Schwachlicht-Optimierung überträgt sich direkt auf trübe Unterwasserbedingungen. Der ISO-Bereich 100–6400 der CamX bedeutet, dass der Sensor schwache Signale aus sichtarmem Wasser verstärken kann.

Rauschverhalten: Billige Sensoren erzeugen starkes Rauschen, wenn sie Schwachlicht-Signale verstärken. Die STARVIS-Architektur kommt mit Rauschen deutlich besser klar – du bekommst ein brauchbares Bild bei ISO 3200, wo ein Budget-Sensor nur eine körnige Pampe liefert.

Deshalb liefern eine 100-EUR-Kamera und eine Kamera mit ordentlichem Sensor in demselben trüben Wasser dramatisch unterschiedliche Ergebnisse. In klarem Wasser merkst du den Unterschied vielleicht nicht. Unter europäischen Bedingungen schon.

Wann du KEINE Unterwasserkamera nutzen solltest

Zeit für Ehrlichkeit. Es gibt Bedingungen, bei denen keine Kamera – egal zu welchem Preis oder mit welchem Sensor – brauchbares Material liefert:

  • Heftige Cyanobakterien-Blüte. Wenn das Wasser leuchtend grün und undurchsichtig ist, misst sich die Sicht in Zentimetern. Spar dir die Mühe. (Und: Nicht reingehen. Es ist giftig.)
  • Direkt nach Hochwasser. Flüsse und Seen mit hoher Sedimentfracht aus Regenereignissen können tagelang praktisch keine Sicht haben. Warte, bis es sich setzt.
  • Aufgewühlte flache Zonen. Brassen, die bei Wind in 1 Meter Tiefe auf einer schlickigen Flachzone rollen? Das Wasser ist Schokomilch. Die Kamera bleibt in der Tasche.
  • Verkehrszonen in Kanälen. Narrowboat-Verkehr in britischen, niederländischen und deutschen Kanälen wirbelt dauerhaft Sediment auf. Das Zeitfenster zwischen Booten reicht meist nicht, damit sich die Sicht erholt.
In all diesen Fällen: Wenn du wissen musst, was unter der Oberfläche ist, ist Sonar das richtige Werkzeug. Schallwellen ist Sicht egal. Wir haben den Trade-off in unserem Echolot-vs-Kamera-Vergleich behandelt.

Was europäische Angler tatsächlich sehen

Wir hören von Anglern in ganz Europa, und das Feedback deckt sich konsistent mit unseren Tests:

Skandinavische Angler (Schweden, Finnland, Norwegen): Überwiegend positiv – skandinavische Seen tendieren zu klar bis mäßig huminstoffreich. Eisangel-Material ist besonders gut, weil Winterwasser typischerweise am klarsten ist (Algensterben, abgesetztes Sediment, kein Bootsverkehr).

Baltische Angler (Lettland, Litauen, Estland): Gemischte Bedingungen. Waldseen mit mäßigen Huminstoffen geben gute Ergebnisse. Küstenhaffs und flache Buchten sind anspruchsvoller. Beste Ergebnisse im Herbst und Winter.

Deutsche und mitteleuropäische Angler: Varriert enorm. Alpine und voralpine Seen (Bayern, Österreich, Schweiz) sind oft sehr klar – exzellente Kamera-Bedingungen. Tiefland-Karpfenseen und -flüsse sind trüber und anspruchsvoller.

Britische und irische Angler: Kanal- und Flussangeln tendiert ins Schwierige – trüb, schlickig, ständig aufgewühlt. Stillwasser-Forellenreviere und klare Reservoirs sind besser. Irische Loughs reichen von exzellent (Kalkstein) bis knifflig (torfig).

Niederländische und belgische Angler: Polderwasser ist oft das härteste in Europa – flach, nährstoffreich, windexponiert, ständig aufgerührt. Größere Seen und Kiesgruben bieten bessere Bedingungen.

Das Muster ist klar: Die Kamera funktioniert in den meisten europäischen Süßwasserbedingungen für den Großteil des Jahres. Sie kämpft in den oben genannten speziellen Szenarien. Wenn du dein Wasser kennst, kannst du deine Erwartungen kalibrieren.

Das Fazit

Funktioniert eine Unterwasserkamera in deinem trüben europäischen See? Wahrscheinlich ja – mit realistischer Erwartung.

Wenn dein Wasser 1–2 Meter Sicht hat (was den Großteil des europäischen Süßwassers über den Großteil des Jahres abdeckt), siehst du Fische, bestimmst Arten, beobachtest Verhalten und scoutest Grundstrukturen in etwa einem Meter Umkreis der Kamera. Das reicht, um bessere Entscheidungen zu treffen – wohin du deinen Köder platzierst, welche Arten da sind und ob deine Stelle die Session wert ist.

Wenn dein Wasser 3+ Meter Sicht hat, bekommst du Material, das du dir wirklich gerne anschaust.

Wenn dein Wasser unter 0,5 Meter Sicht hat, lass die Kamera für einen anderen Tag zu Hause.

Der Punkt ist: Eine Unterwasserkamera in europäischem Wasser geht nicht darum, Jacques-Cousteau-Dokus zu drehen. Es geht darum, die ein bis zwei Meter um deinen Haken, Köder oder Spot zu sehen, die dir bisher immer verborgen waren. Und das allein ändert, wie du angelst.

Weiterführend: Secchi-Scheibe zur Sichttiefenmessung · Sony STARVIS Sensortechnik

Häufig gestellte Fragen

Sehen Unterwasserkameras im moorgefärbten Wasser etwas?

Ja, aber mit reduzierter Sichtweite. In typischem baltischem huminstoffreichem Wasser mit 2–3 m natürlicher Sicht liefert eine Kamera mit Sony STARVIS-Sensor brauchbares Material innerhalb von 1–2 Metern um die Linse. Grüne LED-Beleuchtung hilft unter den dunkelsten Bedingungen.

Funktionieren grüne LEDs im Trübwasser besser als weiße?

Grünes Licht dringt leicht besser in huminstoff- und algenreiches Wasser ein als weißes und verursacht weniger Rückstreuung durch Schwebstoffe. Die CanFish CamX nutzt genau deshalb grüne LEDs.

Lohnt sich eine Unterwasserkamera überhaupt, wenn die Sicht unter 1 Meter ist?

Unter etwa 0,5 m Sicht wird das Material sehr begrenzt. Die Kamera fängt aber immer noch bewegungsgesteuerte Clips von Fischen ein, die nah an deinen Köder kommen – und das kann überraschend aufschlussreich sein.

ÜBER DEN AUTOR

Geschrieben vom Fisho-Team – einer kleinen Truppe Angler aus Riga, Lettland. Wir testen, bewerten und verkaufen das Gerät, das wir selbst am Wasser nutzen.

Transparenzhinweis: Fisho.eu ist autorisierter europäischer Distributor der CanFish CamX. Einige Links in diesem Artikel führen zu unserer Produktseite. Wir empfehlen nur Ausrüstung, die wir selbst getestet haben.

Du willst sehen, wie 136° und Sony STARVIS in echtem Wasser aussehen? Schau dir die CanFish CamX an →

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